Emotionen spielen eine grundlegende Rolle in der Entwicklung deines Kindes. Sie  beeinflussen tagtäglich seine Wahrnehmung, sein Denken und das Verhalten im Alltag. Es ist allerdings keine leichte Aufgabe sich in der komplexen Welt der Gefühle zurechtzufinden. Dein Kind muss erst lernen die eigenen Emotionen wahrzunehmen, Worte dafür zu finden, deren Auslöser zu verstehen, Strategien zu entwickeln, wie es mit diesen, oft heftigen und widerstreitenden Gefühlen umgehen und sich in andere hineinversetzen kann.

 

Gefühle begleiten uns von Geburt an, sie sind einfach da. Die emotionale Lernreise beginnt deswegen bereits in den ersten Lebensmonaten und setzt sich während der gesamten Kindheit fort. Den Grundstein dafür kannst du schon legen, wenn du die Empfindungen deines Kindes benennst, auch wenn es selbst dafür noch keine Worte hat. Kinder, die in diesem Prozess tagtäglich begleitet werden, die Gefühle und Emotionen im Alltag erklärt bekommen, ohne sie zu werten, können besser mit ihnen umgehen, sind ausgeglichener und können besser auf Herausforderungen, Frust und Niederlagen im Leben reagieren. Sie sind in der Lage, Beziehungen und Bindungen leichter einzugehen und ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln.

 

Emotionale Kompetenz ist die Fähigkeit sowohl mit den eigenen als auch mit den Gefühlen anderer empathisch umzugehen. Sobald dein Kind erkennt, in welchen Situationen welche Gefühle bei ihm selbst ausgelöst werden, entwickelt es ein Verständnis für die Emotionen anderer Mitmenschen. Soziale und emotionale Kompetenz bedingen sich gegenseitig und gehen Hand in Hand.

 

 

Das 1. Lebensjahr

Schon in den ersten Wochen nach der Geburt kann dein Kind Basisemotionen wie Freude, Angst oder Traurigkeit zeigen. Dein Kind lernt schnell seine Gefühle durch Mimik (z.B. lächeln), Gestik (z.B. auf etwas zeigen) und Laute (z.B. schreien) auszudrücken. Es kann auch von den Gefühlen anderer Menschen „angesteckt“ werden z.B. auf ein Lächeln mit einem Lächeln reagieren.



Das 2. Lebensjahr

Ab dem zweiten Lebensjahr beginnt dein Kind die ersten Gefühle langsam in Worte zu fassen und sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Dabei vermischt es noch eigene und fremde Gefühle, wobei die eigenen klar im Vordergrund stehen. Es macht erste Erfahrungen mit sozialen Regeln im Hinblick auf erwünschte und unerwünschte Methoden der Emotionsregulation. Dies ist auch die Zeit der Wutanfälle und der sogenannten Autonomiephase.



3.-5. Lebensjahr

Der Wortschatz erweitert sich und dein Kind kann Empfindungen besser ausdrücken und erklären. Es kann immer besser seine Gefühle reflektieren. Dein Kind braucht in dieser Phase Hilfestellungen, um mit komplexen Emotionen wie Stolz, Schuld oder Neid umgehen zu können.



6.-7. Lebensjahr

Schulkinder verfügen über einen komplexen Emotionsausdruck und können Gefühle und deren Auslöser bereits besser verstehen. Im Grundschulalter schließen Kinder feste Freundschaften und können diese pflegen. Sie können sich in andere hineinversetzen, Kompromisse eingehen, negative Gefühle akzeptieren, sich konstruktiv mit ihnen auseinandersetzen und ihre Gefühlsäußerungen flexibel anpassen und kontrollieren.