Nach der Geburt können die Neugeborenen die sanfte Stimme ihrer Mama eindeutig von anderen Frauenstimmen unterscheiden, weil sie die vertrauten Klangmuster und die Klangmelodie aus dem Mutterleib kennen. Sie erkennen auch die Stimme des Vaters, der Geschwister und die bekannten Geräusche aus der Umgebung, die wiederum Vertrauen und Geborgenheit vermitteln.

 

Sprechen mit dem Baby ist aber nicht nur wegen seiner beruhigenden Wirkung der vertrauten Stimme wichtig. Ähnlich zu den visuellen Reizen sind verbale Reize ausschlaggebend für eine gesunde Gehirnentwicklung in den ersten drei Lebensjahren. Das frühe Erlernen von Sprache ist von bereits gemachten, intensiven Erfahrungen abhängig. Je mehr sie mit dem Neugeborenen oder Baby sprechen, desto leichter wird es für ihn die jeweilige Sprache zu erlernen und Sprachmuster zu erkennen.

 

Dein Baby hört dich und versteht anfangs vielleicht nicht die Bedeutung jedes Wortes, doch es versteht oft, was dahinter steht. Und auch wenn Babys zuerst nicht verbal reagieren können, verstehen sie dreimal so viele Wörter als sie sprechen können. Im Alter von sechs bis zehn Monaten wächst die Fähigkeit von Babys, zwischen Klängen ihrer Muttersprache zu unterscheiden. Zugleich lässt aber auch ihre Fertigkeit nach, Unterschiede zwischen Lauten einer fremden Sprache zu erkennen.

 

Eltern sind die ersten und besten Lehrer ihrer Babys. Wenn die Mama ihr Baby ansieht und mit ihm spricht, entwickelt es noch schneller Zuneigung und Liebe für seine Bezugsperson. Besonders wichtig ist der Zeitraum bis zum 24. Monat. Fehlt hier eine Bezugsperson, die viel mit dem Kind spricht, kommt es zu Entwicklungsstörungen, die später nur noch schwer zu beheben sind.

 

Liebevolle Gespräche ab dem ersten Lebenstag sind eine enorm wichtige Investition in die Zukunft jedes Babys. 

Viele interessante Informationen zur Relevanz der Sprachentwicklung im Babyalter findest du u.a. in Thirty Million Words: Building a Child's Brain (2015) von Dana Suskind (Englisch).